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    • Kolumne – Warum Battlefield 3 einen Editor braucht

      Ach damals…
      Die „alten Hasen“ erinnern sich noch daran und sehnen sich nach ihm zurück. Der Editor hatte in Battlefield eigentlich immer Platz gefunden, funktionierte relativ gut und räumte einen angemessenen Spielraum für die eigene Kreativität ein. Nach guter alter „Lass mich mal machen“- Manier wurden Maps und Mods aus dem Boden gestampft – einige gute aber auch viele schlechte. Der bekannte Battlecraft-Editor machte es möglich…





      Battlefield 1942
      machte dabei einen sehr ruhmreichen Anfang, ohne den es Battlefield 2 in seiner beliebten Form unter Umständen nie gegeben hätte. Die Modifikation Desert Combat war die mit Abstand beliebteste unter den zahlreichen BF1942 Mods. Das Setting (Modern Combat) war neu und man wurde förmlich von der Fülle an neuen Fahrzeugen erschlagen. Auf das Statement des Entwicklerteams hin, man wolle eine selbst zu steuernde AC-130 Spectre integrieren, welche zugleich mobiler Spawnpunkt ist und auch noch eine quasi Artillerie, blieb den meisten wohl die Spucke weg. Derartige Nachrichten haben u.a. dazu geführt, dass sich viele Battlefield 1942 nur wegen dieser Mod kauften. Dieser Erfolg blieb natürlich nicht ungesehen – EA/DICE assimilierte kurzerhand für 500.000$ fast das gesamte Entwicklerteam und setzte sie an die Entwicklung von Battlefield 2. Einige wenige Entwickler wollten diesen „Pakt“ nicht eingehen und beschäftigten sich mit der finalen Version von Desert Combat. Kurz vor dem Release von Battlefield 2 sägte Electronic Arts das Team wieder ab und blieb ihnen 200.000$ der anfänglichen 500.000$ „schuldig“. Als Grund führte man hauptsächlich eine veränderte Richtung der Unternehmensstrategie und veränderte Bedingungen an. Darüber hinaus wollte man das schwedische Studio von DICE stärken und bot diesem kleinen Team dort Arbeitsplätze an. Nichsdestotrotz hat Battlefield 2 wohl heftig von der Mod-Kultur seines Vor-vor-gängers profitiert. Fleißige Modder konnten ihre Kreativität in BF2 mit einem neuen Battlecraft Editor ausleben. Battlefield 2 hat vielleicht sogar mehr von den neuen Maps und Mods profitiert als jeder andere Teil der Battlefield Serie. Point of Existence, Project Reality und Forgotten Hope 2 sind nur Beispiele aus einer Unmenge von Mods. Nicht jede ist erwähnenswert, doch finden sich unter ihnen nicht wegzudenkende Perlen der Community.

      Langlebigkeit adé?


      Der Battlefield-Modding-Community wurde mit Battlefield Bad Company 2 schließlich ein Riegel vorgeschoben. Kein Editor oder sonstiges – rein gar nichts. Spielerisch war BC2 von BF2 wohl sehr weit entfernt. Oftmals war von „Schlauchmaps“ die Rede – die weiten Ebenen von einem Zatar Wetlands hat man vergebens gesucht. Über technische Machbarkeit lässt sich wohl trefflich streiten, doch hätte eine Modding Community dieses Manko wohl in den Griff bekommen? BC2:Vietnam kam einem, angesichts der Spielmechanik verändernden Wirkung so mancher Battlefield 2 Mods, eher wie eine reine optische Veränderung des Hauptspieles vor. Nach dem Release von Battlefield 3 finden sich nun kaum mehr Spieler auf den Schlachtfeldern von Bad Company 2. Mit durchschnittlich 5000 bis 6000 Spielern spielen heute 10 Mal weniger Zocker BC2 als Battlefield 2 (ca. 50.000)! Muss man jetzt verblüfft sein? Wohl eher nicht… Logische Konsequenz bleibt: Battlefield 2 zählt unter anderem wegen seiner hervorragenden Mods noch immer zu den besten Spielen aller Zeiten.

      Böse Zungen haben bereits in der Alpha-Phase von Battlefield 3 behauptet es handle sich im Endeffekt nur um ein besseres Bad Company 2. Das würde zumindest die Abwanderung von BC2 zu BF3 erklären. Letztlich stelle ich jedoch die Behauptung auf: Hätte es einen Editor und anständige Modifikationen für BC2 gegeben, würden es heute noch mehr spielen! Allerdings ist der Zug für Bad Company 2 mittlerweile mehr als abgefahren. Angesichts der deprimierenden Spielerzahlen, rückt BC2 seinem Ende immer näher. Ich stelle fest: Eine gut gepflegte Modding-Community ist als definitiv in der Lage die Halbwertszeit eines Spiels deutlich zu verlängern, dessen Verkauf zu fördern und die Community am Leben zu erhalten!


      Modding und Battlefield 3 – nicht möglich!?!


      Das Verlangen nach Mod-Tools für Battlefield 3 ist nachwievor vorhanden. Die Wirkung eines solchen Editors auf die Battlefield Community kann man sich vorstellen. Jedoch stellt sich EA/DICE bisweilen in dieser Angelegenheit etwas quer und argumentiert auf unterschiedlichste Weise dagegen…
      „Die Engine ist zu kompliziert“
      Das ist wohl das erste Argument, welches in diesem Zusammenhang die Bühne betrat. Doch KANN eine Engine für die Modding Community, die vielfach ihr Können unter Beweis gestellt hat, überhaupt zu kompliziert sein? Crysis 2 hat einen guten Editor spendiert bekommen. Betrachtet man sich dessen Engine mit der beeindruckenden Optik, so mutet das obige Argument beinahe wie eine Beleidigung der Modding-Community an. Liegt der Hund da eher in den technischen Fähigkeiten von DICE begraben?
      „Wir konzentrieren uns derzeit auf die Beseitigung von Bugs – der Editor hat daher keine hohe Priorität“
      Das ist ein Argument, welches man eher nachvollziehen kann. Jeder wird an dieser Stelle verstehen, dass es nur vernünftig ist Dinge nacheinander zu erledigen. Natürlich macht dieses kleine Statement Hoffnung auf die Veröffentlichung eines Editors…

      Innerhalb der Community hört man oft als Begründung für die Nicht-Veröffentlichung des Editors: „Dann würden sie doch keine DLCs mehr verkaufen“. Ist da überhaupt was dran? Wirtschaftliche Interessen der Entwickler und des Publishers sind weder unmoralisch noch anderweitig verwerflich. Wer glaubt, Spiele sollten aus reiner Nächstenliebe zur Community entwickelt werden, ist sowohl naiv als auch schlichtweg dumm. Sobald kostenpflichtige Inhalte veröffentlicht werden, öffnet das Ohnsorg-Theater der Community seine Pforten. Doch ein effektiver Kaufzwang hat doch niemals bestanden!? „Abzocke“ ist ein Wort, welches in Zusammenhang mit DLCs und „Spec-Act-Kits“ gerne den Ring betritt und beinahe die Funktion eines Totschlag-Arguments hat.
      Zitat Zitat von DUDEN
      Abzocken bedeutet jemanden auf betrügerische Art um sein Geld bringen
      Beim Kauf eines DLCs wird jedoch niemand in betrügerischer Weise getäuscht. Jeder kennt vorher den Inhalt und kann die individuelle Abwägung treffen ob Entsprechendes sein Geld wert ist oder eben nicht.


      Was ich tun würde, unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Interessen


      Ich denke ein Editor und die ausstehenden DLCs müssen in keinem wirtschaftlichen Konkurrenzverhältnis stehen. Warum veröffentlicht man nicht eigentlich einen kostenpflichtigen Editor als DLC? Lumpige 10-20€ würden Interessenten wohl dafür bezahlen. Viele werden an der Stelle denken: „Das wär´doch Abzocke! Vorher war der Editor auch umsonst!“. Auf den ersten Blick erhalte ich für beispielhaft genanntes Geld nur einen Editor. Doch die effektive Gegenleistung ist nicht nur der Editor, sondern sämtliche Modifikationen, die durch ihn kostenfrei veröffentlicht werden. Also ein Megaschnäppchen? Diesen effektiven Nutzen erhalte ich sogar, wenn ich mir den Editor nicht mal selbst kaufe, sondern es diejenigen tun lasse, die damit umgehen können. Ebenjene sind natürlich nicht der Großteil der Community, weswegen sich der Verdienst am Editor selbst, aus Sicht der Entwickler, absolut in Grenzen halten würde.
      Um das Konkurrenzverhältnis zu den DLCs zu beseitigen, müsste man schlussendlich nur für eine effektive Verzahnung mit dem Editor sorgen. Soll heißen: Wenn die DLCs neue Gebäude, Fahrzeuge und andere Objekte bieten, bringen sie auch selbige in den Editor mit ein. Erstellt also jemand mit seinem Editor eine Map/Mod, die sich sowohl an Objekten der Vanilla Version, als auch welchen der DLCs bedient, muss der Endbenutzer der diese Map/Mod spielen will auch eben diese DLCs installiert haben. Wenn die entsprechende kostenfreie Modifikation ausreichend gut ist, ist damit auch der Kaufanreiz für die DLCs gegeben. Manche mögen jetzt denken, dass sie dann im Endeffekt doch für eine Map/Mod bezahlen müssten, da sie hinterrücks das Geld für die DLCs aufbringen müssten und denmnach abgezockt würden. Natürlich besteht auch hier zunächst kein Kaufzwang. Letztlich bekomme ich aber für den Kauf der DLCs nicht nur DEREN Inhalt, egal wie gut oder schlecht er ist, sondern bekomme auch eine Unmenge an Mods, deren Stückzahl und Qualität zunächst nicht begrenzt ist. Also bekäme ich für den Kauf der DLCs, falls ein Editor existiert, mehr Inhalte als ohne Editor. Nach diesem Prinzip schlösse also die Veröffentlichung eines Editors den Kauf von DLCs nicht aus und würde ihn nicht einschränken.


      Zum Schluss…


      Mir bleibt nur zu sagen, dass Battlefield 3 bereits jetzt ein wirklich gutes Spiel ist. Ich habe Spaß daran es zu spielen. Trotzdem sehne ich mich nach den grenzenlos kreativen Inhalten der Community selbst, die die Battlefield-Serie so langlebig und einzigartig gemacht haben. Aus diesem Grund möchte ich einen Editor…
      Ursprünglich wurde dieser Artikel in diesem Thema veröffentlicht: Kolumne – Warum Battlefield 3 einen Editor braucht - Erstellt von: Toshiya Original-Beitrag anzeigen
      Kommentare 4 Kommentare
      1. Avatar von Fighter01
        Fighter01 -
        Da kann man sich schön wieder an N@W oder PR usw. erinnern.
        BF2 ist deswegen immer noch mein Favourit...
      1. Avatar von horst-philip
        horst-philip -
        Erstmal danke für diesen ausführlichen Beitrag.

        Ich persönlich habe sehr viel Spaß an Battlefield 3.

        Das hatte ich in Battlefield 2 auch, doch habe ich dort wirklich sehr viel Zeit mit Mod´s verbracht.
        Die Airmaps-Mod hat sowas von Laune gemacht, und als ich erstmal PoE entdeckt hatte habe ich
        nix anderes mehr gespielt.
        Die Karten waren liebevoller gestaltet als die des Original-Spieles, es gab damals schon eine transportable
        Flugabwehrfaust, die Anti-Fahrzeug Gewehre und vor allem die super Hubschrauber machten die Mod perfekt.

        Wenn ich folgenden Trailer sehe möchte ich meinen High End PC und BF3 sofort gegen nen madigen
        PC mit 15Zoll Monitor und nem ständig gut laufenden PoE-Server tauschen.
        Die Mod hat das Hauptspiel übertroffen, vielleicht hat EA/DICE einfach Angst vor der Modding Community.

      1. Avatar von [IsD]Ens
        [IsD]Ens -
        Mein komplettes letztes Jahr in BF2 ( wenn man so sagen will ) hab ich in PoE und OPK verbracht.
        Nostalgie!!!
        Im Leo2 war ich echt ne fiese Drecksau!!
        Und der Sound vom MG3 war Erektionsverdächtig!!
      1. Avatar von horst-philip
        horst-philip -
        Anhang 2907

        Die Flagge in der Mitte war geiler als manche komplette BF2 Map.

        Was da abgegangen ist war schon crass, vor allem wenn man wusst wie man rein und raus kommt.
        Oder wenn man nicht eingenommen hat und schön auf den Heli der zum nachladen kam wartete....

        Im Osten die Flagge da konnte man sooo schön auf dem Balkon hocken und alles absnipern,
        auch Panzer konnte man wahnsinnig machen mit nem guten Squad.


        Anhang 2908

        Einzigartig. Bei PoE gab es einfach diese Felder wo man im Ducken nicht gesehen wurde, nur wenn man
        den Kopf augestreckt hat :-)

        Auch die Schnee Maps, super!

        Die Point of Existence Seite wird als atakierend gemeldet und gewarnt????


        Ich wüsste echt gerne was die aus Battlefield 3 rausholen würden, von wegen die Engine wär zu komplex,
        EA/DICE hat einfach Angst dabei zuzusehen wie ihr Spiel von unbezahlten Entwicklern verbessert wird.

        Und ich will jetzt sofort PoE spielen!!!
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